Auszahlungsquote: was angezeigt werden muss
Kurz gesagt: In vielen Märkten muss man die Auszahlungsquote suchen. Im deutschen Rahmen muss sie einem entgegenkommen: § 22a Abs. 3 des Glücksspielstaatsvertrags 2021 verlangt, dass der mittlere Rückfluss je eingesetztem Euro und die Aussicht auf den Höchstgewinn genau dort erscheinen, wo der Betrag gewählt wird. Diese Seite erklärt, was in der Zahl steckt – und was nicht.
Drei Anforderungen in einem Absatz
Absatz 3 ist der dichteste Teil des Paragrafen und enthält drei Dinge, die in der Diskussion meist zu einem verschmelzen. Es lohnt, sie auseinanderzuhalten, weil sie unterschiedlich prüfbar sind.
Erstens die Eigenschaften des Spiels. Über die Gewinnaussichten hat der Zufall zu entscheiden, und jeder Spieler muss dieselbe Chance vorfinden. Das ist keine Anzeigepflicht, sondern eine Bauvorschrift. Sie schließt aus, dass ein Automat seinen Verlauf danach richtet, wer gerade spielt, wie lange jemand schon spielt oder wie viel er bisher eingezahlt hat.
Zweitens die Zugänglichkeit der Unterlagen. Regelwerk und Gewinnplan haben ohne Umwege erreichbar und in verständlicher Form vorzuliegen. Ohne Umwege heißt: am Spiel und nicht in einem allgemeinen Vertragswerk; verständlich ist eine inhaltliche Anforderung an die Darstellung.
Drittens die beiden Kennzahlen. Auf den Bildschirm gehören die Wahrscheinlichkeit des Höchstgewinns und der Anteil, den das Spiel von einem eingesetzten Euro im Mittel zurückgibt – sichtbar an jener Stelle, an der der Spieler seinen Betrag wählt. Das ist der ungewöhnlichste Teil der Vorschrift, weil er nicht nur verlangt, dass informiert wird, sondern auch wo.
Diese Verortung ist die eigentliche Neuigkeit. Anderswo steckt die Quote in einem Hilfetext, in einer Datenbank oder wird gar nicht bekannt gemacht. Hier steht sie am Ort der Entscheidung – also dort, wo sie eine Entscheidung noch beeinflussen kann. Welche weiteren Absätze dieser Paragraf enthält, führt die Startseite zusammen.
Was „je eingesetztem Euro" bedeutet
Der Gesetzestext wählt eine Bezugsgröße, die ungewöhnlich konkret ist: den eingesetzten Euro. Damit wird die Quote als Verhältnis von Rückfluss zu Einsatz definiert und nicht als Verhältnis zu irgendeiner anderen Größe – nicht zur Einzahlung, nicht zum Guthaben, nicht zum Spielverlauf.
Diese Festlegung ist nützlicher, als sie klingt, denn sie macht die Zahl übertragbar. Wer sie kennt, kann sie auf jeden Umsatz anwenden, den er kennt. Und Umsatz ist im deutschen Rahmen besonders leicht zu beziffern, weil der Einsatz je Spiel nach Absatz 7 höchstens einen Euro betragen darf und der Takt nach Absatz 6 eine Stunde auf 720 Runden begrenzt. Wer eine Stunde am Anschlag spielt, bewegt somit maximal 720 Euro Umsatz – und auf diesen Umsatz bezieht sich die angezeigte Quote.
Wichtig ist der Unterschied zwischen Umsatz und eingezahltem Geld. Umsatz entsteht jedes Mal, wenn ein Betrag gesetzt wird, auch wenn es derselbe Betrag ist, der zuvor als Gewinn zurückkam. Eingezahltes Geld ist das, was vom Konto kommt und was das Monatslimit nach § 6c zählt. Eine Einzahlung von 100 Euro kann über einen Abend einen Umsatz von mehreren Hundert Euro erzeugen – die Quote bezieht sich auf den Umsatz, das Limit auf die Einzahlung. Dieser Unterschied ist unter Das Monatslimit ausführlich erklärt.
Wer beides verwechselt, kommt zu falschen Schlüssen in beide Richtungen: Entweder hält er die Quote für eine Aussage über sein eingezahltes Geld, oder er hält das Limit für eine Obergrenze seines Umsatzes. Keines von beiden stimmt.
Warum ein Durchschnitt über einen Abend nichts sagt
Das Wort, das die Vorschrift der Quote voranstellt, ist durchschnittlich. Es ist das wichtigste Wort des ganzen Satzes und wird in Werbetexten regelmäßig unterschlagen.
Ein Durchschnitt beschreibt eine Reihe, nicht ein Ereignis. Er sagt, zu welchem Wert sich das Verhältnis von Rückfluss zu Einsatz hinbewegt, wenn die Zahl der Runden sehr groß wird. Über eine kurze Reihe sagt er nichts, und zwar nicht, weil die Angabe unzuverlässig wäre, sondern weil ein Mittelwert diese Aufgabe nicht hat.
Das Diagramm oben macht die Größenordnungen sichtbar. Im schnellsten zulässigen Takt kommen in einer Stunde höchstens 720 Runden zusammen, in zehn Stunden 7.200. Jede einzelne Sitzung ist also ein winziger Abschnitt einer Reihe, über die der angezeigte Durchschnitt eine Aussage macht. Die Streuung einzelner Abschnitte um diesen Wert ist Teil des Spiels und ist auch genau das, was ein Automatenspiel für viele interessant macht.
Daraus folgt eine praktische Regel für den Umgang mit der Zahl: Sie taugt zum Vergleich von Spielen, nicht zur Prognose eines Abends. Zwei Spiele mit unterschiedlicher Quote unterscheiden sich tatsächlich darin, wie viel sie langfristig zurückgeben. Dieselbe Zahl sagt nichts darüber, wie der nächste Abend verläuft, und wer sie als Versprechen liest, hat sie als das Gegenteil von dem gelesen, was dort steht.
Die zweite Pflichtangabe wird meist übersehen
Neben der Quote verlangt Absatz 3 die Anzeige der Wahrscheinlichkeit für den Höchstgewinn. Diese Angabe erhält deutlich weniger Aufmerksamkeit, obwohl sie für die Erwartungshaltung oft aufschlussreicher ist.
Der Grund ist einfach. Die Quote beschreibt den langfristigen Rückfluss insgesamt, ohne zu sagen, wie er zustande kommt. Zwei Spiele mit gleicher Quote können sich vollständig unterschiedlich anfühlen: Das eine gibt häufig kleine Beträge zurück, das andere selten große. Die Wahrscheinlichkeit für den Höchstgewinn ist ein Hinweis darauf, in welche Richtung ein Spiel gebaut ist.
Hinzu kommt der Zusammenhang mit Absatz 8. Dort steht, dass ein Gewinn ein Vielfaches des Einsatzes sein muss und dieses Vielfache vor Beginn des Spiels bekannt ist. Zusammen mit dem Einsatzdeckel von einem Euro ergibt sich daraus eine feste obere Grenze für den Betrag, den eine Runde ausschütten kann – und die Wahrscheinlichkeit für diesen Fall ist genau die Zahl, die angezeigt werden muss. In diesem Rahmen ist der Höchstgewinn also keine offene Größe, sondern beziffert, und seine Wahrscheinlichkeit ebenfalls. Warum es dabei keinen wachsenden Jackpottopf geben kann, steht unter Jackpots.
Wer beide Angaben nebeneinander liest, bekommt ein brauchbares Bild: die eine Zahl für den langfristigen Rückfluss, die andere für die Form der Verteilung. Das ist mehr Information, als an einem Automaten in vielen anderen Märkten überhaupt verfügbar ist.
Zufall und gleiche Chancen: was damit ausgeschlossen ist
Der erste Teil von Absatz 3 wirkt selbstverständlich und ist es nicht. Dass allein der Zufall über die Gewinnaussichten bestimmt und jeder Spieler dieselbe Chance vorfindet, schließt eine Reihe von Gestaltungen aus, die technisch durchaus möglich wären.
Ausgeschlossen ist ein Spielverlauf, der auf die Person zugeschnitten ist – etwa anhand der Kontohistorie, der bisherigen Verluste, der Verweildauer oder des Zeitpunkts. Ausgeschlossen ist ebenso, dass zwei Spieler am selben Spiel mit unterschiedlichen Gewinnplänen arbeiten. Und ausgeschlossen ist, dass ein Ergebnis von etwas anderem abhängt als vom Zufall.
Diese Vorgabe ist für Spieler nicht direkt prüfbar, und das ist ihre Besonderheit. Einsatzdeckel, Takt und Handstart lassen sich am Bildschirm nachsehen. Zufälligkeit und Chancengleichheit lassen sich nicht beobachten, sondern nur durch Prüfung der Software feststellen. Genau deshalb hängt an dieser Stelle alles an der Erlaubnis: § 22a Abs. 1 lässt ein virtuelles Automatenspiel nur mit eigener Zulassung zu, und mit dieser Zulassung ist verbunden, dass die genannten Eigenschaften geprüft wurden.
Das ist auch die Antwort auf die Frage, warum der deutsche Spielkatalog kleiner ist als anderswo. Nicht jedes Spiel wird eingereicht, und nicht jedes eingereichte Spiel erfüllt die Vorgaben in seiner bestehenden Fassung. Wer ein Spiel vor sich hat, das in diesem Rahmen erlaubt ist, hat damit zugleich eine Aussage über die oben genannten Eigenschaften – und wer eines vor sich hat, das nicht erlaubt ist, hat sie nicht.
Wo die Angabe stehen muss und woran Sie es merken
„Dort, wo der Einsatz getätigt wird" ist eine konkrete Ortsangabe. Gemeint ist der Bereich, in dem der Betrag gewählt und die Runde gestartet wird – nicht ein Untermenü, nicht die Fußzeile der Website und nicht ein Dokument, das sich in einem neuen Fenster öffnet.
Praktisch heißt das: Wenn Sie den Einsatz einstellen, muss die Information in Sichtweite sein oder von dort unmittelbar erreichbar. Wie ein Anbieter das umsetzt, ist seine Gestaltungsfrage; dass er es umsetzt, ist seine Pflicht.
Daraus ergibt sich eine sehr einfache Prüfung, die keine Anmeldung braucht:
- Finden Sie die Quote dort, wo Sie setzen? Wenn ja, spricht das für den deutschen Rahmen.
- Finden Sie die Wahrscheinlichkeit für den Höchstgewinn? Beide Angaben gehören zusammen; fehlt die zweite, ist die Pflicht nur halb erfüllt.
- Öffnet sich der Gewinnplan am Spiel? Er muss leicht zugänglich sein, nicht gesucht werden müssen.
- Steht dort eine Zahl oder eine Werbeaussage? Eine Formulierung wie „hohe Auszahlungen" ist keine Quote.
Fehlen die Angaben vollständig, ist das ein deutliches Zeichen, und es passt in der Regel zu weiteren Auffälligkeiten: wählbare Beträge jenseits eines Euro, eine Serienfunktion, zwei Spiele nebeneinander. Die zugehörigen Prüfungen stehen unter Ein Euro pro Spiel und Warum es kein Autoplay mehr gibt. Über die Erlaubnis entscheidet ausschließlich die behördliche Whitelist; nachzusehen ist dort unter der Firma, die im Impressum steht, und nicht unter der Marke.
Fünf Dinge, die die Quote nicht ist
Sie ist keine Gewinngarantie. Eine Durchschnittsangabe beschreibt eine Tendenz über eine lange Reihe. Aus ihr folgt kein Anspruch auf irgendeinen Betrag und keine Aussage über eine Sitzung.
Sie ist keine Angabe pro Runde. Es gibt keine Runde, in der die Quote „ausgezahlt" wird. Jede Runde folgt dem Gewinnplan, und der Durchschnitt entsteht erst über viele Runden.
Sie verändert sich nicht mit der Einsatzhöhe. Wer mit zehn Cent spielt, hat dieselbe Quote wie jemand mit einem Euro. Verändert wird der Betrag, auf den sie wirkt, nicht das Verhältnis.
Sie verändert sich nicht mit dem Takt. Die Vorgabe aus Absatz 6 betrifft die Zahl der Runden pro Zeit, nicht den Gewinnplan. Langsameres Spiel bedeutet weniger Umsatz in derselben Zeit, nicht ein anderes Verhältnis. Die Einordnung dazu steht unter Die Fünf-Sekunden-Regel.
Sie ist nicht die Rückzahlungsquote Ihres Kontos. Sie bezieht sich auf den Umsatz, also auf jeden gesetzten Euro, auch auf wiedergesetzte Gewinne. Wer eine Einzahlung mehrfach durchspielt, erzeugt ein Vielfaches seiner Einzahlung an Umsatz – und auf diesen Umsatz bezieht sich die Zahl.
Der letzte Punkt ist derjenige, der die meisten Enttäuschungen erzeugt, und er ist reine Arithmetik. Wer 100 Euro einzahlt und daraus über einen Abend 1.000 Euro Umsatz erzeugt, trägt den Hausanteil zehnmal und nicht einmal.
Warum auf dieser Seite keine Prozentzahlen stehen
Diese Entscheidung ist Absicht, und sie hat drei Gründe, die alle mit der Vorschrift selbst zu tun haben.
Erstens: Die Quote ist eine Angabe am Spiel. Nach Absatz 3 muss sie dort stehen, wo der Einsatz getätigt wird – also an dem einzigen Ort, an dem sie verbindlich ist. Eine Zahl, die eine Drittseite nennt, kann veraltet sein, sich auf eine andere Fassung des Spiels beziehen oder sich auf einen anderen Markt. Was am Automaten steht, gilt; was in einem Ratgeber steht, gilt nicht.
Zweitens: Nach Absatz 1 braucht jedes einzelne Spiel eine eigene Erlaubnis, und dieselbe Marke kann in verschiedenen Märkten in verschiedenen Fassungen laufen. Eine Zahl, die irgendwo zu einem Titel kursiert, muss nicht zu der Fassung gehören, die in diesem Rahmen erlaubt ist. Wer solche Zahlen abschreibt, verbreitet mit hoher Wahrscheinlichkeit die falsche.
Drittens: Eine Rangliste von Quoten wäre genau die Art von Information, die zu dem Fehlschluss verleitet, den der Abschnitt oben beschreibt – nämlich eine Durchschnittsangabe als Prognose für einen Abend zu lesen. Nützlicher ist es, zu wissen, wo die Zahl steht und wie sie zu lesen ist.
Was wir stattdessen anbieten, ist die Rechnung aus dem Gesetz: ein Euro als Höchsteinsatz je Runde, 720 Runden als Obergrenze einer Stunde, daraus 720 Euro Umsatz in derselben Stunde, und als Regelwert 1.000 Euro Einzahlung im Monat. Diese vier Zahlen stehen im Gesetzestext und sind nachprüfbar. Alles andere gehört an den Automaten.
Und ein Hinweis, der zu jeder Seite über Spiel mit eigenem Geld gehört: Es gilt eine Altersgrenze von 18 Jahren, und abhängig machen kann es auch. Wer Rat sucht, wählt 0800 1 37 27 00 und erreicht die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung – ohne Kosten und ohne Namen; die Übersicht dazu bietet Verantwortungsvolles Spielen.
| Angabe | Vorgabe | Fundort am Spiel |
|---|---|---|
| Durchschnittliche Auszahlungsquote je eingesetztem Euro | anzuzeigen, § 22a Abs. 3 | dort, wo der Einsatz getätigt wird |
| Wahrscheinlichkeit für den Höchstgewinn | anzuzeigen, § 22a Abs. 3 | dort, wo der Einsatz getätigt wird |
| Spielregeln | leicht zugänglich und verständlich, Abs. 3 | am Spiel abrufbar |
| Gewinnplan | leicht zugänglich und verständlich, Abs. 3 | am Spiel abrufbar |
| Zufälligkeit der Gewinnaussichten | vorgeschrieben, Abs. 3 | Eigenschaft des Spiels, nicht sichtbar |
| Gleiche Chancen für alle Spieler | vorgeschrieben, Abs. 3 | Eigenschaft des Spiels, nicht sichtbar |
| Vielfaches des Einsatzes, vorab bekannt | vorgeschrieben, Abs. 8 | im Gewinnplan |
Häufige Fragen
Wo muss die Auszahlungsquote angezeigt werden?
Nach § 22a Abs. 3 GlüStV 2021 dort, wo der Einsatz getätigt wird. Ein Hinweis in einem entfernten Untermenü oder in der Fußzeile der Website erfüllt die Vorgabe nicht.
Auf welche Bezugsgröße bezieht sich die Quote?
Auf den eingesetzten Euro. Sie ist das langfristige Verhältnis von Rückfluss zu Umsatz, nicht zur Einzahlung und nicht zum Guthaben.
Sagt die Quote etwas über meinen Abend?
Nein. Sie ist ein Durchschnitt über eine sehr lange Reihe von Runden. In einer Stunde kommen im schnellsten zulässigen Takt höchstens 720 Runden zusammen, das ist ein winziger Abschnitt dieser Reihe.
Welche zweite Kennzahl muss angezeigt werden?
Die Wahrscheinlichkeit für den Höchstgewinn. Sie steht nach derselben Vorschrift an derselben Stelle und sagt mehr über die Form der Verteilung als die Quote allein.
Ändert sich die Quote, wenn ich kleiner setze?
Nein. Das Verhältnis bleibt gleich, nur der Betrag ändert sich, auf den es wirkt. Auch der vorgeschriebene Takt verändert die Quote nicht.
Dürfen zwei Spieler am gleichen Spiel unterschiedliche Chancen haben?
Nein. § 22a Abs. 3 verlangt zufällige Gewinnaussichten und gleiche Chancen für alle Spieler. Personalisierte Spielverläufe sind damit ausgeschlossen.
Warum nennt diese Seite keine Prozentwerte für einzelne Spiele?
Weil die verbindliche Angabe am Spiel selbst steht und weil dieselbe Marke in verschiedenen Märkten in verschiedenen Fassungen läuft. Eine abgeschriebene Zahl wäre im Zweifel die falsche.
Was bedeutet die Quote für einen mehrfach durchgespielten Betrag?
Sie bezieht sich auf jeden gesetzten Euro, auch auf wiedergesetzte Gewinne. Wer eine Einzahlung mehrfach umsetzt, trägt den Hausanteil entsprechend mehrfach.
Der deutsche Rahmen Einsatz pro Spiel Jackpots Fünf-Sekunden-Regel Monatslimit
Zuletzt geprüft am 2026-10-27 · 18+ · Verantwortungsvolles Spielen